Die Opposition der Könige

Wenn nur noch wenige Figuren auf dem Brett sind ("Endspiel"), dann wird der König zu einer starken Figur. Er kann jedes Feld des Brettes erreichen und gegnerische Bauern erobern. Oder er unterstützt einzelne Figuren bei Mattbildern. Der König darf jedoch keine Felder betreten, die von gegnerischen Figuren überdeckt werden. Dazu gehören auch die Felder, die der gegnerische König angreift.

Daher kann sich ein König seinem Kontrahenten entgegenstellen und ihm den Weg versperren. Dieses Manöver ist im Schach fundamental wichtig: Man nennt es Opposition.

Die Opposition ist ein entscheidendes Motiv bei Bauernendspielen, weil man damit Freibauern blocken kann. Andererseits kämpt man damit einem eigenen Freibauern der Weg frei.

Das Manöver erinnert an das Stellungsspiel eines Verteidigers im Fussball. Dieser stellt sich einem gegnerischen Angreifer gegenüber und versperrt den Weg zum Tor, indem er jede Seitwärtsbewegung mitmacht.

In der folgenden Übung 'verteidigt' der schwarze König die grün markierten Felder a8, b8, c8 und d8. Wenn Sie versuchen, eines dieser Felder zu erreichen, blockt Schwarz mit der Opposition. Ihre Aufgabe ist einfach das Betreten der beiden blau umrandeten Felder a5 und g8. Dabei erleben Sie, wie der schwarze König in Opposition geht, um sein Revier zu halten.

In dieser Übung sind Sie der Verteidiger. Sie müssen verhindern, dass der schwarze König auf die erste Reihe gelangt. Wenn Sie das 16 Züge lang schaffen, haben Sie gewonnen. Ansonsten gewinnt Schwarz. Stellen Sie sich per Opposition dem gegnerischen König gegenüber und halten Sie jeden Zentimeter.

Die Opposition ist ein kritisches Manöver im Endspiel. Damit versperren Sie dem gegnerischen König den Weg.