Die Notation einer Schachpartie

Ihr persönlicher Fortschritt:

Es gibt Zehntausende von Büchern über Schach und seit dem 19. Jahrhundert zahlreiche Zeitschriften, die von Schachturnieren berichten oder kommentierte Partien veröffentlichen. Daher braucht man eine bequeme, international verständliche Form, Schachzüge aufzuschreiben. Man nennt die Niederschrift einer Schachpartie die Notation. Im Turnierschach sind die Spieler verpflichtet, ihre Partie auf sogenannten Partieformularen mitzuschreiben.

Zur Notation von Schachpartien benutzt man die Koordinaten des Schachbretts.

Jedes Feld wird durch seine Linie und Reihe bezeichnet. Die Linien verlaufen von 'a' bis 'h', die Reihen von '1' bis '8'.

Zur Notation einer Partie verwendet man am einfachsten die Langnotation. Die läuft so:

  • Bauernzüge werden einfach mit Startfeld-Zielfeld angegeben, z.B. 1. d2-d4
  • Die Zugpaare werden durchnumeriert, vor jedem Zugpaar steht die Zugnummer, z.B. 2. c2-c4 e7-e6.
  • Züge mit Figuren ausser Bauern beginnen der besseren Lesbarkeit halber mit der abgekürzten Figur, z.B. 3. Sb1-c3 Lf8-e7. Die Abkürzungen lauten K, D, T, L, S.
  • Bei Schlagzügen steht anstelle des Bindestrichs ein "x", z.B. 8. Lg5xf6
  • Optional kann man Schachs mit einem Kreuz notieren, z.B. 3. Lf1-b5+
  • Ein Mattzug wird mit einem Doppelkreuz gekennzeichnet, z.B. 23. Ld6-e7#
  • Die kurze Rochade ist 7. 0-0, die lange Rochade 9. 0-0-0
  • Bei Umwandlungen setzt man die Abkürzung der Umwandlungsfigur hinter den Zug, z.B.38. e7xf8D+
  • Das Ergebnis wird so abgekürzt. Weiss gewinnt: 1-0, Remis: 1/2-1/2, Schwarz gewinnt: 0-1

In heutigen Schachbüchern, -zeitschriften und im Internet findet man nahezu ausschließlich die kompaktere Kurznotation. Diese lässt das Ausgangsfeld weg, weil es sich von selbst ergibt. Also 1.e4 statt Also 1. e2-e4 und 8.Lxf6 statt 8. Lg5xf6. Falls zwei Figuren gleichen Typs auf das Zielfeld ziehen können, fügt man einen Buchstaben für eine Linie oder eine Zahl für eine Reihe ein, um die Mehrdeutigkeit aufzulösen. Beispiel 6.Sbd2, wenn zwei Springer auf das Feld d2 ziehen können und der Springer in der b-Linie gemeint ist. Oder 12.T3d4, wenn zwei Türme in der d-Linie stehen, die beide nach d4 gehen könnten und der Turm in der dritten Reihe gemeint ist.

Beispiel für die Notation einer Schachpartie auf einem Partieformular.

Nachspielen einer Schachpartie mit Notation

Die folgende Partie ist eine der berühmtesten Begegnungen der Schachgeschichte. Weiss opfert Dame, zwei Türme und Läufer, um Matt zu setzen. Im Interesse einer zäheren Verteidigung würde man Schwarz empfehlen, nicht jedes Opfer anzunehmen, doch das tut der Schönheit des abschliessenden Mattbildes keinen Abbruch.

Tippen Sie auf die Schaltfläche unter dem Brett, um die Partie Zug für Zug nachzuspielen. Sie können auch in der Notation einen beliebigen Zug antippen, um an diese Stelle der Partie zu springen.

[Event "London 'Unsterbliche Partie'"] [Site "London"] [Date "1851.06.21"] [Round "?"] [White "Anderssen, Adolf"] [Black "Kieseritzky, Lionel Adalbert BF"] [Result "1-0"] [ECO "C33"] [PlyCount "45"] [EventDate "1851.06.21"] [EventType "game"] [EventRounds "1"] [EventCountry "ENG"] 1. e4 e5 2. f4 exf4 3. Bc4 Qh4+ 4. Kf1 b5 5. Bxb5 Nf6 6. Nf3 Qh6 7. d3 Nh5 8. Nh4 Qg5 9. Nf5 c6 10. g4 Nf6 11. Rg1 cxb5 12. h4 Qg6 13. h5 Qg5 14. Qf3 Ng8 15. Bxf4 Qf6 16. Nc3 Bc5 17. Nd5 Qxb2 18. Bd6 Bxg1 19. e5 Qxa1+ 20. Ke2 Na6 21. Nxg7+ Kd8 22. Qf6+ Nxf6 23. Be7# 1-0