Das Patt

Ihr persönlicher Fortschritt:

Im Schach ist eine Seite Patt, wenn sie nicht mehr ziehen kann und gleichzeitig der König nicht im Schach steht. Die Partie wird dann als Remis, also Unentschieden gewertet. Wer Patt gesetzt wird, hat oft dicken materiellen Nachteil. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass einem die Züge ausgehen. Daher ist das Patt zuweilen ein listiger Rettungstrick.

In der Praxis geht dem Patt häufig ein Fehler zuvor, weil die überlegene Seite leicht hätte anders abwickeln können. In einigen Endspielen ist das Patt hingegen ein zentrales Rettungsmotiv.

Patt als Endspielmotiv

Das vielleicht praktisch wichtigste Patt überhaupt kommt im Endspiel König und Bauer gegen König vor:

Auch im folgenden Endspiel nutzt der Verteidiger Patt als letztes Mittel. Das Endspiel

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ist Remis, wenn
  • Der Bauer am Rand steht
  • Der schwarze König vor den Bauern gelangt
  • Das Umwandlungsfeld des Bauern nicht die Farbe des Läufers hat
Der Grund: Schwarz wird auf dem Umwandlungsfeld in der Ecke Patt gesetzt.

Wie gesagt, passieren in Blitzpartien mit wenigen Sekunden verbleibender Bedenkzeit Fehler, da es nur noch ums schnelle Ziehen geht. Dabei wird häufig versehentlich Patt gesetzt.

Suizidales Dauerschach

Die spektakulärste Rettung durch Patt liegt vor, wenn die schwächere Partei nur noch eine Figur hat, die ziehen kann. Dann kann diese Figur Kamikaze-artig ziehen, denn ein Schlagen führt zum Patt.

Das Patt ist ein witziger Rettungstrick in total verlorener Stellung. Bei einigen einfachen Endspielen ist es die zentrale Verteidigungstechnik.
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