Die Schachuhr

In Schachvereinen und auf Schachturnieren wird jede Partie mit einer Schachuhr gespielt. Die Kontrolle der Bedenkzeit ist untrennbarer Bestandteil einer Turnierpartie. Sie verhindert, dasss ein Spieler die Partiedauer unfair verlängern kann und ist ein wichtiges Wettkampfelement im Schach. Wer seine Bedenkzeit vorausschauend einteilt, hat später in kritischen Stellungen einen Vorteil gegenüber einem Gegner, der sich schon in Zeitnot befindet.

Wenn ein Spieler am Zug ist, läuft seine Uhr. Sobald der Spieler seinen Zug ausgeführt hat, drückt er mit der gleichen Hand, die die Figur auf dem Brett bewegt hat, eine Taste auf seiner Seite der Uhr. Diese Taste stoppt die eigene Uhr und setzt die Uhr des Gegners in Gang.

Wer die für eine Partie angesetzte Zeitkontrolle verletzt, verliert die Partie. Eine Ausnahme sind Stellungen, die man auch bei schwächstem Spiel des Verteidigers nicht gewinnen kann. Dann ist die Partie Remis. Die Uhr zeigt eine sogenannte Zeitüberschreitung für den eingestellten Modus stumm an. Nach den Schachregeln muss der Gegner dies wahrnehmen und reklamieren. Wenn man nicht merkt, dass der Gegner die Zeit überschritten hat, läuft die Partie einfach weiter. Im Blittz kann es dann passieren, dass beide Seiten die Zeit überschreiten. Dann ist die Partie Remis.

Heute sind im Turnier- und Vereinsschach drei Typen von Zeitkontrollen üblich:

  1. Turnierbedenkzeit:Ein Spieler muss meist 40 Züge innerhalb einer festen Zeit ausführen. Üblich sind zwei Stunden. Für den gesamten Rest der Partie wird dann eine feste Gesamtzeit angesetzt, z.B. 30 Minuten pro Spieler. In diesem Modus kann eine Partie nicht länger als fünf Stunden dauern. Es bleibt dabei genügend Zeit, um in schwierigen Stellungen tiefere Variantenberechnungen anstellen zu können.
  2. Blitz- oder Schnellpartie:Für die gesamte Partie ist eine feste Zeit vereinbart. Besonders beliebt ist Fünf-Minuten-Blitz. Jeder Spieler hat fünf Minuten für die ganze Partie. Die Uhr zeigt dabei per Countdown die Restzeit an.
  3. Blitzpartie mit Fischeruhr: Die von Weltmeister Bobby Fischer erfundene Fischeruhr kann einem Spieler für jeden absolvierten Zug eine Bedenkzeit gutschreiben, z.B. zwei Sekunden. Das funktioniert nur mit modernen digitalen Uhren. Sie eignet sich für eine ruhigere Form von Blitzschach, bei der in der Schlussphase nicht rein motorische Fähigkeiten spielentscheidend werden. Gerade diese Geschicklichkeit im schnellen und präzisen Ziehen macht aber den Reiz von Blitzschach aus ("Die Uhr ist eine Figur").

Die Schachuhr ist ein elegantes Mittel, um im Turnierschach Verspätungen von Spielern zu behandeln. Zur vereinbarten Startzeit einer Runde werden einfach alle Uhren in Gang gesetzt. Damit geht eine Verspätung von der eigenen Bedenkzeit ab. Trifft ein Spieler nicht binnen einer Stunde am Brett ein, verliert er die Partie kampflos.

Das erste mit Schachuhr gespielte Turnier fand 1883 in London statt.

Digitale Schachuhr von DGT Projects
Heuer Schachuhr (1970) | Photo: Stephen Kong
Sutton Coldfieds Chess Timer (1938) | Photo: Stephen Kong
Tanner Schachuhr (1900) | Photo: Stephen Kong