Benoni-Verteidigung

1. d4 Sf6 2. c4 c5 3. d5 e6

In der Benoni-Verteidigung tauscht Schwarz seinen e-Bauern gegen den weißen c-Bauern, wodurch eine asymmetrische Stellung entsteht, die er nutzen möchte, um im Mittelspiel aktiv zu werden. Der ungewöhnliche Name stammt von Ben-Oni aus dem Hebräischen und bedeutet Sohn des Leides. Benoni-Spieler müssen manchmal auch bereit sein zu leiden, denn Weiß verfügt durch den vorgerückten Bauern auf d5 über anhaltenden Raumvorteil. Nach den ersten Zügen geht es meistens folgendermaßen weiter:
 
4. Sb1–c3 e6xd5 5. c4xd5 d7–d6

Das ist im Prinzip die Grundstellung der Benoni-Verteidigung, auch wenn sie in der Schachliteratur schon nach 3...e7-e6 klassifiziert ist.

Benoni-Verteidigung - Hauptvariante: 1. d4 Nf6 2. c4 c5 3. d5 e6 4. Nc3 3xd5 5. cxd5 d6 6. Nf3 g6 7. e4

In der Hauptvariante entwickelt Weiß seinen Springer nach f3 und nachdem Schwarz mit dem Fianchetto seines schwarzfeldrigen Läufers fortsetzt, das erfolgt immer in der Benoni-Verteidigung, besetzt er sofort das Zentrum mit e2-e4.

Benoni-Verteidigung - Nimzowitch-Variante: 1. d4 Nf6 2. c4 c5 3. d5 e6 4. Nc3 3xd5 5. cxd5 d6 6. Nf3 g6 7. Nd2

Mit diesem Zug verzögert Weiß seine weitere Entwicklung und plant die weitere Besetzung des Zentrums mit e2-e4, aber auch falls möglich die Umgruppierung des Springers nach c4, um den schwachen Bauern auf d6 unter Druck zu setzen.

Benoni-Verteidigung - Fianchetto-Variante: 1. d4 Nf6 2. c4 c5 3. d5 e6 4. Nc3 exd5 5. cxd5 d6 6. Nf3 g6 7. g3

In der Fianchetto-Variante spiegelt Weiß die Entwicklung des Königsläufers. In der Folge entwickeln beide Seiten ihre Läufer und rochieren kurz. Danach kann Schwarz versuchen mittels ...Tf8-e8 auf der e-Linie aktiv zu werden oder am Damenflügel mit ...a7-a6 eine Expansion vorbereiten.