Damenbauernspiele

1.d2-d4 d7-d5 ohne 2.c2-c4

Die Damenbauernspiele sind Eröffnungsvarianten im Schach, die mit den Zügen 1.d4 d5 beginnen, jedoch nicht mit 2.c4 fortsetzen. Das führt in der Regel zu geschlosseneren Bauernstrukturen im Zentrum.

Früher waren die Damenbauernspiele vor allem im normalen Vereinsschach überaus beliebt. Weiss hat einfache Angriffspläne und Entwicklungsmuster, die auch ohne grosse Theoriekenntnisse allgemein funktionieren. Inzwischen werden Eröffnungen wie das Londoner System (Aufbau mit Lf4) auch von Spielern wie Weltmeister Carlsen, Sergey Karjakin und Wesley So angewandt.

Londoner System als Beispiel

In den folgenden Diagrammen können Sie mit der Taste in die Grundstellung gelangen und von dort mit den Pfeiltasten und die Eröffnungszüge vor und zurück spielen.

Tippen Sie nachfolgend auf die Titel der Eröffnungen, um detailliertere Informationen zu erhalten.

Londoner System: 1.d4 d5 2.Bf4

Das Londoner System ist eine beliebte Eröffnung, da man sich mit Weiß nach einem bestimmten Muster aufbauen kann, fast schon unabhängig davon wie Schwarz reagiert. Weiß entwickelt den schwarzfeldrigen Läufer vor die Bauernkette und stützt das Zentrum mit e2-e3 nebst c2-c3. Die Springer gehen nach d2 und f3 und der weißfeldrige Läufer soll nach d3. Das ist ein bombensicherer Aufbau, der kaum erschüttert werden kann. Allerdings hat Schwarz die Freiheit sich ebenfalls frei zu entfalten und kann im Prinzip jede logische Aufstellung wählen. Eine häufig gespielte Variante lautet:

2...Sg8-f6 3. e2-e3 c7-c5 4. c2-c3 Sb8-c6 5. Sb1-d2 e7-e6 6. Sg1-f3 Lf8-d6 7. Lf4-g3 0-0 8. Lf1-d3 b7-b6

Nachdem beide Seiten ihre Figuren logisch aufgestellt haben, bereitet Schwarz die Entwicklung des weißfeldrigen Läufers vor nach b7. Weiß kann jetzt mit 9. Se5 im Zentrum aktiv werden und versuchen am Königsflügel anzugreifen, indem er danach den f-Bauern vorprescht.

Colle-System: 1.d4 d5 2.Nf3 Nf6 3.e3 e6 4.Bd3 c5 5.c3

Das Colle-System funktioniert ähnlich wie das Londoner System, nur dass der schwarzfeldrige Läufer innerhalb der Bauernkette bleibt und später ins Spiel kommt, sobald Weiß es schafft den Vorstoß e2-e4 durchzusetzen. Das System ist nicht besonders gefährlich und Schwarz kann mit einfachen Entwicklungszügen gegenhalten.

Richter-Weressow-Angriff: 1.d4 d5 2.Nc3 Nf6 3.Bg5

In diesem System entwickelt Weiß den Damenspringer nach c3 und blockiert den c-Bauern. Danach folgt die Entwicklung des schwarzfeldrigen Läufers nach g5. 3...Sbd7 ist eine solide Entgegnung, um mit dem Springer auf f6 zu schlagen, falls Weiß dort den Läufer tauscht. Stattdessen sollte Weiß seine Entwicklung mit 4. Sg1-f3 fortsetzen oder sogar mit 4. Dd1-d3 die lange Rochade vorbereiten.

Blackmar-Diemer-Gambit: 1.d4 d5 2.e4 dxe4 3.Nc3 Nf6 4.f3 exf3

Dieses Gambit ist höchstens auf Amateurniveau anzutreffen, da es objektiv nicht ganz korrekt ist. Weiß versucht durch das Opfer seines f-Bauern die offene f-Linie langfristig für einen Angriff gegen den schwarzen König zu nutzen. Nach dem Tausch auf f3 sollte Weiß mit dem Springer schlagen, die Läufer schnell entwickeln und den König in Sicherheit bringen. Schwarz kann den weißfeldrigen Läufer entwickeln oder sogar etwas besser mit e7-e6 die Entwicklung des schwarzfeldrigen Läufers vorbereiten.

Stonewall-Angriff: 1.d4 d5 2.e3

Weiss stellt die Entwicklung des Königsspringers zurück und möchte erst f4 spielen. Das Bauerndreieck d4-e3-f4 kommt farbvertauscht im Stonewall-System der Holländischen Verteidigung vor, daher der Name dieser Variante. Die Idee ist die Besetzung von e5 mit einem Springer sowie nachfolgendem g2-g4-g5 und Königsangriff.