Damenindische Verteidigung

1. d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 b6

Bei der Damenindischen Verteidigung bereitet Schwarz das Fianchetto des weißfeldrigen Läufers nach b7 vor, um das zentrale Feld e4 unter Kontrolle zu nehmen. Damenindisch ist der kleine Bruder von Nimzowitsch-Indisch. In beiden Eröffnungen nimmt Schwarz indirekt Kontrolle über zentrale Felder.

Ausgangsstellung

Hauptvariante mit 4.g3: 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nf3 b6 4.g3

Das ist mit Abstand die Hauptvariante. Weiß bereitet ebenfalls das Fianchetto des weißfeldrigen Läufers vor nebst kurzer Rochade. Schwarz entwickelt jetzt seinen weißfeldrigen Läufer sofort nach b7, bevor er sich um die Entwicklung des Königsflügels kümmert, oder er stellt den Läufer auf a6 auf und greift den Bauern c4 an.

Petrosjan-System mit 4. a3: 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nf3 b6 4.a3

Diese Variante trägt den Namen des 9. Schachweltmeisters Tigran Petrosjan. Mit dem bescheiden aussehenden Bauernzug bereitet Weiß Sb1-c3 vor, ohne dass Schwarz mit ...Lf8-b4 den Springer fesseln kann. Idealerweise möchte Weiß e2-e4 mit Besetzung des Zentrums folgen lassen durch die Unterstützung des Springers auf c3 und evtl. der Dame, die in vielen Varianten auf das Feld c2 gestellt wird. Schwarz setzt meistens mit 4...Lc8-b7 nebst 5...d7-d5 fort und kämpft um die Kontrolle über das Feld e4. Er kann aber auch 4...Lc8-a6 spielen, um die Dame zuerst nach c2 zu locken und danach den Läufer nach b7 ziehen.

Zentralsystem mit 4.e3: 1.d4 Nf6 2.c4 e7 3.Nf6 b6 4.e3

Beim Zentralsystem baut sich Weiß solide auf und entwickelt seine Figuren nach dem Muster Läufer nach d3, Springer nach c3 und der schwarzfeldrige Läufer später nach b2. Diese Entwicklung stellt Schwarz aber keine Problem und er kann seine Figuren problemlos auf aktive Felder stellen und um das Zentrum kämpfen mit d7-d5.