Die skandinavische Verteidigung

1.e2-e4 d7-d5

1. e2–e4 d7-d5 Schwarz bietet den Tausch seines d-Bauern gegen den weißen e-Bauern an. Dieser Tausch führt aber in der Hauptvariante dazu, dass Schwarz seine Dame sehr früh ins Spiel bringt und Weiß erlaubt, eine Figur mit Tempo, also Zeitgewinn, zu entwickeln. Dementsprechend ist die Skandinavische Verteidigung ein seltener Gast in der Großmeisterpraxis und wird hauptsächlich auf Amateurebene gespielt.

Ausgangsstellung Skandinavisch

In den folgenden Diagrammen können Sie mit der Taste in die Grundstellung gelangen und von dort mit den Pfeiltasten und die Eröffnungszüge vor und zurück spielen.

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Hauptvariante mit 2.exd5 Dxd5 3.Nc3

Skandinavische Hauptvariante: 1.e4 d5 2.exd5 Qxd5 3.Nc3 Qa5 4.d4 Nf6

1. e2–e4 d7-d5 2. exd5 Das ist der logische Zug. Weiß tauscht den Bauern und verliert keine Zeit, indem er ihn umständlich verteidigt.

2...Dxd5 Das leitet die Hauptvariante ein. Schwarz holt sich seinen Bauern zurück, landet aber plötzlich mit seiner Dame mitten im Zentrum.

3. Sb1-c3 Weiß entwickelt den Springer und greift die schwarze Dame an.

3...Dd5-a5 Der klassische Zug. Hier steht die Dame aggressiv, aber der Plan hat Schwarz Zeit gekostet.

4. d2-d4 Weiß besetzt mit seinem d-Bauern das Zentrum.

4...Sg8-f6 Schwarz entwickelt einen Springer. Weiß bringt jetzt in der Regel seine Figuren am Königsflügel ins Spiel und peilt die kurze Rochade an. Schwarz bleibt in der Entwicklung etwas zurück, da die Dame auf a5 auf Dauer problematisch steht und deswegen häufig nach c7 zurückgeht, nachdem Schwarz mit c7-c6 Platz gemacht hat.

Skandinavisch mit 2... Sf6 - ruhige Fortsetzung: 1.e4 d5 2.exd5 Nf6 3.d4 Nxd5

1. e2–e4 d7-d5 2. exd5 Sg8-f6 Schwarz möchte mit dem Springer auf d5 zurückschlagen. Das ist etwas sicherer als mit der Dame auf d5 zu nehmen, doch es überlässt dem Gegner letztendlich mehr Raum im Zentrum.

3. d2-d4 Weiß sollte sich einfach weiterentwickeln und den Bauern auf d5 nicht umständlich verteidigen. Mit d2-d4 besetzt er das Zentrum.

3...Sxd5 Schwarz hat sich seinen Bauern zurückgeholt, doch er musste dafür wieder den Springer ziehen, was ihn Zeit kostet. Weiß kann jetzt die Entwicklung seines Königsflügels fortsetzen oder den Springer auf d5 mit c2-c4 vertreiben. Schwarz hat zwei grundsätzliche Pläne. Er kann versuchen seinen weißfeldrigen Läufer schnell ins Spiel zu bringen oder er fianchettiert den schwarzfeldrigen Läufer nach g7.

Skandinavisches Gambit: 1.e4 d5 2.exd5 Nf6 3.c4 e6 4.dxe6 Bxe6

Schwarz spielt ein Gambit, in dem er gänzlich auf den Bauern d5 verzichtet. Als Kompensation erhält er Entwicklungsvorteil. Eine Eröffnung fürs Blitzschach oder höchst unternehmungslustige Spieler.