Nimzo-Indisch

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4

Die Grundstellung der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung, einer traditionellen und starken Spielweise gegen 1. d2-d4. Schwarz entwickelt beide Figuren am Königsflügel und steht bereit zur Rochade. Der Läufer auf b4 fesselt den Springer auf c3, wodurch Schwarz indirekt Einfluss auf die zentralen Felder nimmt. Manchmal tauscht Schwarz den Läufer gegen den Springer und erzeugt bei Weiß einen Doppelbauern, der aber das dafür das starke Läuferpaar erhält. Weiß hat zahlreiche Ideen gegen die Nimzowitsch-Indische Verteidigung.

Ausgangsstellung Nimzo-Indisch

In den folgenden Diagrammen können Sie mit der Taste in die Grundstellung gelangen und von dort mit den Pfeiltasten und die Eröffnungszüge vor und zurück spielen.

Tippen Sie nachfolgend auf die Titel der Eröffnungen, um detailliertere Informationen zu erhalten.

Rubinstein-System: 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.e3

Mit diesem Bauernzug bereitet Weiß die Entwicklung des Springers am Königsflügel nach e2 vor, um auf c3 zurückzuschlagen, falls Schwarz seinen Läufer tauscht. Damit würde er einen Doppelbauern verhindern. Dabei kann er zuerst den Springer nach e2 entwickeln oder zuerst den weißfeldrigen Läufer nach d3. Schwarz rochiert in der Hauptvariante kurz und greift danach das weiße Zentrum mit den Vorstößen ...d7-d5 und/oder ...c7-c5 an.

Klassisches System: 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.Qc2

Im Klassischen System entwickelt Weiß früh seine Dame, um nach dem etwaigen Tausch der Leichtfiguren auf c3 mit ihr zurückzuschlagen und einen Doppelbauern zu verhindern. Der Nachteil ist, dass Weiß die Entwicklung des Königsflügels verzögert, wodurch Schwarz versuchen kann das Spiel im Zentrum schnell zu öffnen, um seinen Entwicklungsvorsprung zu nutzen. In der Hauptvariante rochiert Schwarz kurz und kümmert sich danach um die Entwicklung seines Damenflügels, er kann aber auch sofort das weiße Zentrum mit ...d7-d5 oder ...c7-c5 attackieren.

f3-Variante: 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.f3

Mit f2-f3 startet Weiß einen ehrgeizigen Plan. Er möchte e2-e4 mit totaler Besetzung des Zentrums folgen lassen. Allerdings verzögert er damit seine Entwicklung des Königsflügels. Schwarz reagiert in der Regel mit einem der typischen Vorstöße ...c7-c5 oder ...d7-d5, er kann aber zuerst seinen König mittels der Rochade in Sicherheit bringen.

Sämisch-System: 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.a3 Bxc3 5.bxc3

Das Sämisch-System ist ein direkter Widerlegungsversuch von Nimzo-Indisch. Weiss zwingt den Läufer gleich zum Abtausch und nimmt Zeitverlust und Doppelbauern für das Läuferpaar in Kauf. Das kompakte Bauernzentrum und das Läuferpaar sollen einen Königsangriff erlauben. Weiss setzt baldmöglichst e2-e4 durch. Schwarz hat jedoch gutes Gegenspiel gegen die Bauern c3 und c4 und versucht, das Zentrum zu blockieren. Im Endspiel bekommt Weiss Probleme mit seiner schlechten Bauernstruktur.

Leningrader System: 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.Bg5

Mit diesem Zug beantwortet Weiß die Fesselung seines Springers mit einer Gegenfesselung des Springers auf f6, verzögert aber die Entwicklung seines Königsflügels. Schwarz kann sofort das weiße Zentrum mit ...c7-c5 angreifen oder zuerst den Läufer mittels ...h7-h6 abdrängen.